
Schwimmen
Die SG Neukölln reist mit 17 Sportlern zur Masters EM
23.09.2026
Vom 18.08. bis 30.08.26 fand die Europameisterschaft der Masters statt. Die Wasserspringer gingen in der österreichischen Stadt Graz an den Start. Alle anderen Disziplinen fanden in der Slowakei statt. Die Synchronschwimmer trugen ihre Wettkämpfe in Bratislava aus und für die Wasserballer, Freiwasser- und Beckenschwimmer ging die Reise nach Samorin. Da in diesem Jahr erstmals auch die AK20 bei einer EM zugelassen wurde, machten sich insgesamt 17 Neuköllner Masters auf den Weg, um sich mit Sportlern aus ganz Europa zu messen. Und das war am Ende sehr erfolgreich.
Nachdem der größte Teil unserer Masters am 17.08. den Weg Richtung Slowakei angetreten hatte, starteten bereits am 18.08. die Beckenwettbewerbe. Da an diesem Tag ausschließlich die 800m Freistil stattfanden, ging nur Stefan in sein erstes Rennen. In der AK55 holte er nach einem starken Rennen den vierten Platz.
Für alle anderen hieß es an diesem Tag nur, sich mit dem Wettkampfbecken schon einmal vertraut zu machen und das restliche Gelände zu erkunden. Die gesamte Anlage war perfekt für die EM. In dem großen 50-m-Becken fanden die Wettkämpfe unter freiem Himmel statt. Gleich daneben gab es noch eine Halle mit acht Bahnen à 25 m. Hinzu kamen mehrere Wärmebecken und ein Thermalbecken, das aus ca. 3000 m Tiefe gespeist wurde und etwa 40 Grad warm war. Für den Spaßfaktor zwischendurch sorgten zwei große Wasserrutschen. Auf der einen wurde sogar gemessen, wie lange man brauchte, um einmal durch die Röhre zu rutschen. Also entwickelte sich auch hier ein Wettkampf untereinander, wer am schnellsten war. Der Sieg ging am Ende an Benni. :D
Aber natürlich waren wir nicht nur zum Spaß hier. In den letzten Wochen hatten wir uns intensiv auf den Wettkampf vorbereitet. Immerhin waren es für die meisten die ersten Europameisterschaften und hier wollte man gut schwimmen. Am Mittwoch standen die 200m Freistil und 200m Lagen auf dem Plan und dort sollte es auch die erste Medaille für die Neuköllner Masters geben. Über die Freistilstrecke holte Lisa nach einem sehr starken Rennen in der AK20 die Bronzemedaille!
Melina konnte sich in der gleichen Altersklasse den 5. Platz sichern. Ebenfalls waren Milena und Merle in der AK25 am Start und wurden am Ende 5. und 12. Bei den Männern liefen die Rennen für Stefan, Jan und Paul ebenfalls sehr gut. Sie konnte alle drei ihre Zeiten von den Deutschen Mitte Juli noch einmal verbessern. Zum Abschluss des Tages gingen Oli und Lukas noch ins Wasser. Über die 200m Lagen wurden sie in ihren Altersklassen Fünfter und Vierter.
Am dritten Tag ging es dann sehr knapp zu. Den Anfang an diesem Tag machten Lisa und Melina. In einem sehr engen Rennen fehlten Lisa am Ende nur 0,7 sekunden für einen Platz auf dem Treppchen. Aber auch der vierte Platz ist sehr stark. Melina wurde mit ebenfalls einer sehr guten Zeit am Ende Siebte. Noch knapper wurde es am Ende bei Maxi über die gleiche Strecke. Trotz einer neuen Bestzeit reichte es „nur“ zum vierten Platz. Es waren nur 0,03 Sekunden, die ihm zum Podest fehlten. Lukas wurde am Ende Sechster. In der AK60 und 65 gingen auch Wolfgang und Oli an den Start. Beide waren mit ihren Zeiten am Ende zufrieden. Wolfgang sicherte sich den 15. Platz und Oli wurde am Ende Sechster.
Danach folgten die 50m Rücken. Da der Wettkampf bei sehr sonnigem Wetter im Freibad stattfand, fiel das Geradeausschwimmen nicht immer leicht und so kam es leider ab und zu zum Kontakt mit der Leine. Dennoch wurden auch hier gute Zeiten geschwommen. Bei den Damen gingen Merle und Laura an den Start und erreichten in ihren Altersklassen Platz 15 und 6. Bei den Männern folgte dann die nächste Medaille für die SG Neukölln. In einem sehr schnellen Rennen schlug Luca als Zweiter an und wurde damit Vizemeister in der AK25. In derselben Altersklasse konnte sich Paul noch den 11. Platz sichern und Lukas wurde in der AK20 Fünfter. Damit war für die meisten der Tag beendet. Jedoch nicht für Oli, der am Nachmittag noch die 400m Lagen schwamm. Und das sehr erfolgreich. In der AK65 sicherte er sich den Vizemeistertitel!
Am Freitag wurde es wieder spannend und am Ende freute sich eine ganz besonders. Der Tag begann mit den 50m Brust. Hier gingen zunächst Oli und Wolfgang an den Start. Oli wurde in seiner Altersklasse 6. und Wolfgang landete am Ende auf dem 19. Platz. Wie bereits am Vortag fehlte Maxi am Ende das gewisse Fünkchen Glück. Trotz einer sehr starken Zeit waren es am Ende nur 0,06 Sekunden, die der Drittplatzierte schneller war. Auch bei Lisa war das Treppchen nicht weit entfernt und sie wurde Vierte. Anschließend folgten die 100m Schmetterling. Benni ging das Rennen sehr schnell an. Vielleicht ein Tick zu schnell. Am Ende wurde er in der AK20 Neunter.
Bei den Frauen hatten wir alle ein wenig Hoffnung, dass es für eine Medaille reichen könnte, da Laura mit der zweitschnellsten Meldezeit an den Start ging. Und diese Hoffnung sollte sich auch erfüllen … und wie. Nach den ersten 50 Metern lagen die ersten drei Schwimmerinnen ziemlich gleichauf und Laura war mit dabei. Auf den zweiten 50m konnten die anderen beiden jedoch nicht mehr mithalten und es sollte der erste Titel für die SG Neukölln folgen. Europameisterin in der AK20!
Zum Abschluss des Tages wurde es dann noch einmal schnell, denn es kamen noch die 50m Freistil. In der AK25 gingen zunächst Luca und Paul an den Start. Beide schwammen persönliche Bestzeit und holten so Platz 7 und 24. In der AK20 sprangen gleich drei Neuköllner ins Wasser. Der schnellste von ihnen war Maxi, der Fünfter wurde. Nur knapp langsamer war Benni auf Platz sechs und Lukas wurde Achter.
Auch fünf Neuköllner Frauen gingen noch über 50m Freistil an den Start. Den Anfang machte Gitti, die seit morgens fünf Uhr schon auf den Beinen war, weil sie erst am selben Tag angereist war. Es sollte sich aber lohnen. Denn am Abend war sie bereits Vizeeuropameisterin in der AK80. In der AK40 ging dann Andrea an den Start. Auch wenn nach dem Anschlag die Zeit ein bisschen schwierig zu lesen war, freute sie sich doch, als sie sie erkannte. Milena und Merle waren dann in der AK25 dran. Und sie schwammen gute Zeiten. Genauso wie Lisa zum Abschluss in der AK20. Damit ging der bis hierhin längste Tag dann auch zu Ende und alle freuten sich schon auf den nächsten Tag, denn da standen die Staffeln an.
Und diese sollten für die Neuköllner sehr erfolgreich werden. An diesem Tag wurden auch nur die Staffeln geschwommen – es gab keine Einzelrennen. Bereits der erste Wettkamof, in dem eine unserer Mannschaften beteiligt war, sollte zeigen, dass wir in den Staffeln sehr gut aufgestellt waren. Die Mädels holten in der 4x50-Freistilstaffel in der AK80 den Vizemeistertitel. Bei den Männern gingen gleich zwei Mannschaften an den Start. In der AK200 wurde es am Ende der zehnte Platz. Mit vier sehr starken Zeiten konnte sich dann unser Team in der AK80 den Meistertitel sichern.
Bei der nächsten Staffel (4x50m Lagen mixed) wurde es vor allem im Callroom besonders laut. Hier gingen wir mit drei Mannschaften in derselben Altersklasse und im selben Lauf an den Start. Damit alle das auch mitbekamen, gab es erst einmal ein dreifaches SG Neukölln. Damit waren die Blicke auf uns gerichtet – und das zu Recht. In der AK80 wurden wir Erster, Dritter und Siebter. Danach standen die 4x50m Freistil mixed an. Da die gleichen 12 wieder im selben Lauf an den Start gingen, wurde es erneut laut im Callroom. Aber auch im Rennen zeigten alle noch einmal, was in ihnen steckte.
Vor allem das Team mit Luca, Lukas, Milena und Merle flog quasi durchs Wasser. Am Ende holten sie den Europameistertitel und das in neuer Vereinsrekordzeit. Diesen Vereinsrekord hatten sie erst vor einigen Wochen bei den Deutschen Mastersmeisterschaften in der gleichen Besetzung verbessert. Nun wurde dieser Rekord jedoch um noch einmal 1,2 Sekunden pulverisiert und steht jetzt bei 1:46,13 Minuten. Auch die zweite und dritte Mannschaft kämpften um die Platzierungen. Am Ende reichte es für Platz vier und acht.
Zum Abschluss folgten noch die Staffeln über die 4x50m Lagen. Es starteten wieder die Frauen und in der AK80 gab es gleich noch eine Silbermedaille für die SG Neukölln. Bei den Männern hatten wir wieder zwei Teams, die an den Start gingen. In der AK200 wurde es am Ende der neunte Platz. In der AK80 wurde es noch einmal denkbar knapp. Es fehlten am Ende nur 0,22 Sekunden zum Podestplatz. Am Ende war jedoch niemand enttäuscht. Denn wir waren uns alle einig, dass das der beste Tag war. Gemeinsam im Callroom Stimmung machen, von der Tribüne lauthals anfeuern und im Wasser für das Team alles geben.
Als Obmann kann ich nur sagen, dass ich teilweise sprachlos war, welche Zeiten an diesem Tag geschwommen wurden. Hier konnte man sehen, dass Schwimmen manchmal kein Einzelsport ist und man im Team noch einmal mehr aus sich herausholen kann. Für einige von uns war der Staffeltag auch der letzte Tag bei der EM. Da bereits die Arbeit und/oder die Schule riefen, trat ein Bus bereits am Sonntag den Heimweg an.
Für diejenigen, die noch blieben, ging es mit dem Wettkampf weiter. Den Anfang an diesem Tag machte wieder Stefan über die 400m Freistil. Er schwamm die acht Bahnen sehr gleichmäßig und seine Zeit war am Ende richtig stark. So konnte sich Stefan am Ende über den achten Platz freuen. Im Anschluss folgten die 200m Brust und man merkte so langsam, dass alle schon einige Wettkampfmeter in den Knochen hatten und dass eine ganze Woche Wettkampf irgendwann auch ihren Tribut zollte. Nicht nur die körperliche Anstrengung war fordernd, sondern natürlich auch die mentale. Jeden Tag aufs Neue einschwimmen gehen, auf den Start fokussieren und alles herausholen, was geht. Das schlaucht. So liefen die 200m Brust bei Lisa nicht mehr ganz optimal. Und trotzdem kämpfte sie in ihrem letzten EM-Rennen bis zum Ende und wurde Fünfte.
Auch Oli nahm die Bruststrecke noch einmal in Angriff. Nach 100m lag er noch auf Platz drei. Doch auf den zweiten 100m konnte er das Tempo nicht ganz mitgehen und wurde schließlich ebenfalls Fünfter. Danach kam die vierte und letzte 50-m-Strecke bei dieser EM. Es waren die 50m Schmetterling und hier konnte Gitti niemand das Wasser reichen bzw. sich schneller durchs Wasser bewegen als sie. In der AK80 wurde sie mit neuem Championship Record Europameisterin. Sie hatte am Ende 13! Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte.
Auch Milena und Laura gingen über die gleiche Strecke an den Start und wurden am Ende in ihrer Altersklasse 10. und 6. Bei den Männern gingen Maxi und Benni noch an den Start. Beide starteten in der AK20. Maxi war am Ende leicht schneller und wurde Siebter. Der achte Platz ging an Benni. Damit war auch der vorletzte Tag der Beckenwettbewerbe beendet.
Und es folgte der siebte und letzte Tag.
Für die Neuköllner startete der Tag mit den 100m Freistil und Benni musste leider noch einmal erleben, wie knapp es manchmal zugeht. Bis kurz vor Schluss lag er noch auf dem dritten Platz und er kämpfte darum, dass dies auch so blieb. Leider sollte es im Anschlag nicht ganz gelingen und ihm fehlten 0,03 Sekunden zum Podestplatz. Es war trotzdem ein starkes Rennen. Bei den Damen machte Gitti wieder den Anfang und holte sich ihren zweiten Meistertitel bei dieser EM. Auch hier ließ sie ihre Konkurrenz wieder weit hinter sich. In der AK25 gingen Milena und Merle ein letztes Mal an den Start. Beide starteten sogar nebeneinander. Jedoch war schnell klar, dass Merle es nicht ganz schaffte mitzuhalten und sie ihr eigenes Rennen schwimmen musste. Und das funktionierte noch einmal sehr gut. Beide waren am Ende mit ihrer Zeit zufrieden und konnten die EM sehr positiv abschließen.
Die letzte Strecke der EM hieß 100m Rücken. Und hier sollte es noch einmal spannend werden. Luca ging bei den Männern an den Start und versuchte noch einmal alles herauszuholen, was ging. Das reichte, um noch einmal eine Bronzemedaille mit nach Hause nehmen zu können. Das letzte Rennen für die Neuköllner, aber auch für die gesamte EM im Becken, fand mit unserer Laura statt. Auch wenn ihr am Ende 0,2 Sekunden zum dritten Platz fehlten, war es für sie noch einmal ein sehr starkes Rennen mit einer super Zeit.
Und damit war die EM für die Beckenschwimmer beendet und es ging für den zweiten Vereinsbus noch am selben Tag wieder Richtung Berlin. Jedoch war die EM noch nicht für alle beendet. Die Freiwasserschwimmer starteten bereits drei Tage später. Hier waren ebenfalls zwei Neuköllner am Start – siehe dazu separaten Bericht.
Fazit:
Da das sehr viel Text ist und für einige immer nur das Fazit wichtig ist. Insgesamt wurde die SG Neukölln von 16 Masters bei den Schwimmwettbewerben im Becken vertreten. Dabei gab es in den Einzelwettkämpfen dreimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze für unsere Sportler. Hinzu kamen 18 weitere Top-6-Platzierungen. Die Staffeln holten zwei Meister- und zwei Vizemeistertitel und wurden zweimal Vierte. Ich kann abschließend nur sagen, dass es für mich – und ich weiß, auch für alle anderen – eine mega Erfahrung war. Für unsere vier „älteren“ Masters gehört es ja schon fast zur Routine, zu einer EM oder WM zu fahren. Für den Rest war es das erste Mal, und diese Erfahrung wird in sehr positiver Erinnerung bleiben und sicherlich wiederholt werden.
Ich gratuliere allen zu ihren Zeiten, Platzierungen und Medaillen. Ihr seid alle über euch hinausgewachsen und seid zum Teil unfassbare Zeiten geschwommen.
Hier finden Sie weitere Eindrücke