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Wasserball

Junge Wilde begeistern: SG Neukölln siegt gegen Cannstatt

01.11.2026

Am Samstag, den 17.10.2026 im ersten Heimspiel der neuen Saison bezwang die SG Neukölln den SV Cannstatt in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg verdient mit 20:15 (5:4, 7:4, 3:3, 5:4). Vor einer ansehnlichen Kulisse und bei toller Stimmung zeigte das junge Neuköllner Team, was in ihm steckt. Besonders erfreulich: Gleich mehrere Nachwuchsspieler übernahmen Verantwortung und drückten der Partie eindrucksvoll ihren Stempel auf.

Dabei standen die Vorzeichen nach der deutlichen 5:22-Niederlage beim Deutschen Meister WASPO Hannover am vergangenen Samstag zunächst alles andere als günstig. Gleich zwei der drei Neuköllner Center standen diesmal nicht zur Verfügung: U18-Nationalspieler Justus Oestreich fehlte mit einem Brustbeinbruch, Kapitän Tarek Chiru war beruflich verhindert. Damit musste der dritte Center im Bunde die Verantwortung nahezu allein schultern – und das war ausgerechnet der erst 16-jährige Basil Blanc.

Blanc glänzt als Alleinunterhalter am Center

Der Youngster ließ sich von dieser anspruchsvollen Aufgabe überhaupt nicht beeindrucken. Mit einer beeindruckenden Vorstellung, viel Durchsetzungsvermögen und gleich fünf Treffern avancierte Blanc zum überragenden Akteur am Beckenrand und sicherte sich völlig verdient die Auszeichnung als „Spieler des Tages“. Dass er seine Sache nicht nur ordentlich, sondern herausragend machte, war einer der Höhepunkte dieses gelungenen Heimauftakts.

Doch Blanc war längst nicht der einzige Nachwuchsspieler, der für Begeisterung sorgte. Auch der pfeilschnelle 16-jährige Nationalspieler Jonas Seidel stellte seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Immer wieder setzte er seine Geschwindigkeit gewinnbringend ein und brachte den Ball gleich fünfmal im gegnerischen Tor unter.

Ebenfalls ganz stark präsentierte sich der gleichaltrige Amar Mahmutovic. Mit großem Einsatz und Übersicht verteidigte er bravourös und bewies mit zwei eigenen Treffern zugleich, dass er auch offensiv jederzeit gefährlich werden kann. Drei junge Spieler, insgesamt zwölf Tore – die Neuköllner Nachwuchsarbeit lieferte an diesem Nachmittag reichlich Argumente für eine vielversprechende Zukunft.

Die Routiniers ebnen den Weg für die jungen Wilden

Dass die Talente so glänzen konnten, lag allerdings auch an der Erfahrung der älteren Spieler. Weber, Elaassar, Smit, Toth und Eisenreich arbeiteten unermüdlich, schufen Räume und banden die Cannstatter Defensive. Die jungen Wilden wussten diese Freiheiten konsequent zu nutzen. Es war ein schönes Beispiel dafür, wie Erfahrung und jugendlicher Elan ineinandergreifen können.

Sportlich entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches und unterhaltsames Spiel. Die SG Neukölln legte vor, der SV Cannstatt hielt zunächst dagegen. Mit 5:4 ging das erste Viertel knapp an die Gastgeber. Doch Mitte des zweiten Abschnitts zündeten die Neuköllner den Turbo: Ein furioser 4:0-Lauf brachte die entscheidende Wende und legte den Grundstein für den späteren Erfolg.

Mit dem 12:8 zur Halbzeit hatte sich die SG bereits ein komfortables Polster erarbeitet. Im dritten Viertel begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe, der Abschnitt endete 3:3. Doch die Gastgeber behielten die Kontrolle, hielten das Tempo hoch und ließen auch im Schlussviertel nichts mehr anbrennen. Mit 5:4 ging auch der letzte Abschnitt an Neukölln – der verdiente 20:15-Heimsieg war perfekt.

Tempo, Überzahl und ein sicherer Rückhalt

Besonders beeindruckend war, mit welcher Energie die Mannschaft über die gesamte Spielzeit agierte. Kein Ball wurde verloren gegeben, die Neuköllner erarbeiteten sich Chance um Chance und setzten den Gegner immer wieder unter Druck. Das Überzahlspiel funktionierte hervorragend, auch das Umschalt- und Konterverhalten wusste zu überzeugen.

Einmal mehr ein starker Rückhalt war der Ungar Tamas Pelle im Neuköllner Tor. Mit seinen Paraden gab er der Mannschaft Sicherheit und trug dazu bei, dass die Gastgeber auch in Phasen, in denen Cannstatt noch einmal Druck machte, die Oberhand behielten.

Natürlich lief noch längst nicht alles perfekt. In der Defensive gibt es weiterhin Verbesserungspotenzial: Die Mannschaft darf sich noch konsequenter auf ihren starken Schlussmann verlassen und muss die Zone mitunter entschlossener verteidigen. Doch das ist Kritik auf hohem Niveau – schließlich zeigte die SG Neukölln über weite Strecken eine überzeugende Leistung, die Lust auf mehr macht.

Ein Sieg, der Mut für die kommenden Aufgaben macht

Am Ende stand ein rundum gelungener Nachmittag: ein temporeiches Wasserballspiel, zahlreiche Tore, eine tolle Atmosphäre auf den Rängen und ein verdienter Erfolg für die SG Neukölln. Vor allem aber bewies das junge Team, dass es auch unter schwierigen personellen Voraussetzungen zusammensteht und Verantwortung übernimmt.

Nach der Auftaktniederlage beim Meister in Hannover war dieser Heimsieg genau die richtige Antwort. Die Nachwuchsspieler nutzten ihre Chance eindrucksvoll, die Routiniers führten die Mannschaft mit Erfahrung und Übersicht, und gemeinsam gelang ein Auftritt, der sowohl sportlich als auch mit Blick auf die weitere Saison Mut macht.

Für die SG Neukölln im Einsatz waren:

Tamas Pelle, Amar Mahmutivic (2), Aly Elaassar, Terrence Smit (2), Noel Eisenreich (2), Jonas Seidel (5), Marc Weber (3), Artur Toth, Basil Blanc (5), Jonas Kleiber, Lennert Rojahn, Ihor Kechedzhy (1), John Pohle, Tim Hauschild

Trainer: Laszlo Baksa, Sascha Pacyna, Robert Stübert, Raphael Rösch

Bilder von Die Hauptstadtfotografen

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