
Wasserball
Neukölln übernimmt Rote Laterne
03.03.2026
Es war eine Herkulesaufgabe, der sich die SG Neukölln am Samstag, 28. Februar 2026, stellte. In der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg traf das stark ersatzgeschwächte Team auf Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 – und unterlag erwartungsgemäß mit 5:34 (5:1/8:2/10:0/11:2).
Die Vorzeichen waren erneut schwierig. Aus unterschiedlichen Gründen mussten zahlreiche Stammspieler passen, sodass die Berliner mit einer stark verjüngten Mannschaft ins Becken stiegen. Sieben der 14 eingesetzten Akteure waren gerade einmal 16 bis 19 Jahre alt. Mit dem 16-jährigen Kaan Genc feierte zudem ein weiteres Talent sein Bundesligadebüt – ein besonderer Moment, trotz der sportlich klaren Ausgangslage.
Gegen das nationale Schwergewicht bedeutete das Schwerstarbeit von der ersten Minute an. Spandau machte keinerlei Zugeständnisse, agierte mit konsequenter Pressdeckung über das gesamte Spielfeld und setzte die Neuköllner Nachwuchsspieler permanent unter Druck. Tempo, Physis und Abschlussqualität des Favoriten waren auf höchstem Niveau – eine Herausforderung, die gerade für die jungen Berliner wertvolle, wenn auch schmerzhafte Erfahrungen bedeutete.
Trotz der deutlichen Kräfteverhältnisse zeigte die SGN Moral. Jeder Treffer wurde hart erarbeitet, jeder erfolgreiche Defensivblock gefeiert. Besonders erfreulich: Die jungen Spieler suchten mutig den Abschluss, übernahmen Verantwortung und hielten auch in intensiven Phasen dagegen.
Das 5:34 entspricht den realistischen Erwartungen angesichts der personellen Situation und der individuellen Klasse des Gegners. Dennoch offenbarte das Spiel auch positive Ansätze im Zusammenspiel und in der Bereitschaft, die taktischen Vorgaben umzusetzen – selbst unter Dauerbelastung.
Durch den überraschenden Auswärtssieg des SV Cannstatt beim Duisburger SV 98 trägt die SG Neukölln nun die Rote Laterne der Wasserball-Bundesliga. Eine Momentaufnahme, die die schwierige Phase widerspiegelt, jedoch auch den Umbruch und die außergewöhnlichen personellen Umstände der vergangenen Wochen berücksichtigt werden muss.
Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht. Bereits am kommenden Samstag, 7. März 2026, steht das nächste wichtige Heimspiel an –gegen den Tabellensechsten Duisburger SV 98. Dann will die SG Neukölln, hoffentlich mit breiterem Kader, wieder ein anderes Gesicht zeigen und die positiven Erkenntnisse aus den Spielen gegen die Spitzenteams in Zählbares ummünzen.
Die jüngsten Auftritte haben trotz klarer Ergebnisse eines gezeigt: Der Berliner Nachwuchs sammelt unbezahlbare Erfahrung auf höchstem Niveau. Diese Phase verlangt Geduld – könnte sich langfristig jedoch als wichtiger Schritt in der Entwicklung des Teams erweisen.
Für die SG Neukölln im Einsatz waren:
Connor Bruchwalski, Lennert Rojahn, Aly Elaassar (1), Terrence Smit (1), Philipp Gottfried, Kaan Genc, Marc Weber, Artur Toth (1), Tarek Chiru (1), Tamas Tanczer, Amar Mahmutovic, Ihor Kechedzhy (1), John Pohle, Jonas Kleiber
Trainer: Andreas Schlotterbeck, Sascha Pacyna, Amelie Garbe