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Wasserball

Neuköllner Restaufgebot kommt in Hannover unter die Räder

16.02.2026

Am Samstag, den 14. Februar 2026 trat die SG Neukölln zum 9. Spieltag im Stadionbad Hannover bei WASPO 98 an – unter denkbar schwierigen Vorzeichen. Krankheitsbedingt mussten mit Ihor Kechedzhy, Illia Khristenko, Artur Toth, Lennert Rojahn, David Kleine, Aly Elaassar, Maximilian Sturz und Maximilian Costa zahlreiche Stammkräfte kurzfristig passen, sodass lediglich elf Spieler die Reise in die niedersächsische Landeshauptstadt antreten konnten.

Darunter befanden sich mit Justus Oestreich und Basil Blanc zwei U16- sowie mit Jonas Kleiber und Amar Mahmutovic zwei U18-Akteure, die unverhofft Verantwortung auf Bundesliganiveau übernehmen mussten. Das Endergebnis von 38:6 (5:0/8:1/13:3/12:2) spiegelt die Kräfteverhältnisse dieses Abends deutlich wider – und war in dieser Höhe angesichts der personellen Situation zu erwarten. Gegen den ambitionierten Spitzenklub der Wasserball-Bundesliga stand an diesem Abend für Neukölln weniger das Resultat als vielmehr Einsatz, Lernfortschritt und mannschaftlicher Zusammenhalt im Vordergrund.

Hannover agierte vom ersten Anschwimmen an mit hohem Tempo und kompromissloser Intensität. Über weite Strecken setzte WASPO auf eine Pressdeckung über das gesamte Spielfeld und übte permanent Druck auf den ballführenden Spieler sowie die potenziellen Anspielstationen aus – ungeachtet des jungen Alters und der dünnen Besetzung auf Berliner Seite. Die Gastgeber spielten ihre physische und taktische Überlegenheit konsequent aus und ließen in keiner Phase nach.

Für die junge Neuköllner Mannschaft, die so noch nie zusammenspielte, bedeutete das Schwerstarbeit in jeder Aktion. Wechseloptionen waren rar, Pausen nur kurz möglich. Umso bemerkenswerter war es, mit welcher Haltung sich das Team präsentierte. Die Nachwuchsspieler fügten sich mutig ein, suchten ihre Chancen sowie den Abschluss und stemmten sich trotz schwindender Kräfte gegen die Übermacht. Jeder Treffer wurde auf Berliner Seite entsprechend gefeiert – als Zeichen des Widerstands und des Zusammenhalts.

Gerade für die U16- und U18-Spieler war diese Partie eine wertvolle, wenn auch harte Erfahrung auf höchstem nationalen Niveau. Gegen einen Gegner, der sich für das Final-Eight der Champions League qualifizieren konnte, wurden wichtige Eindrücke sammeln, die in ihrer sportlichen Entwicklung von großer Bedeutung sein werden.

Am Ende stand eine deutliche Niederlage, doch sie ist vor dem Hintergrund der Umstände realistisch einzuordnen. Die SG Neukölln bewies Moral, stellte sich der Herausforderung und nutzte die Partie als Investition in die Zukunft. Mit der Rückkehr der erkrankten Stammspieler wird das Team wieder ein anderes Gesicht zeigen – und die gewonnenen Erfahrungen aus Hannover könnten sich langfristig als wertvoller Baustein erweisen. Philipp Gottfried spielte am Valentinstag seine 75. Bundesligapartie für die SG Neukölln. Vielen Dank, Scotty.

Für die SG Neukölln im Einsatz waren: Connor Bruchwalski, Amar Mahmutovic, Jonas Kleiber (1), Terrence Smit (2), Philipp Gottfried (1), Marc Weber (1), Basil Blanc, Tarek Chiru, Tamas Tanczer (1), Tim Hauschild, Justus Oestreich. Trainer: Andreas Schlotterbeck.

Nächstes Spiel

Weiter geht es für die Neuköllner Herren, ganz ungewohnt, am Mittwoch, 25.02.2026, um 20:00 Uhr. In der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg heißt der nächste Gegner OSC Potsdam. Das Spiel musste verschoben werden, da die Orcas aus Potsdam am Wochenende im Conference Cup antreten.