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Wasserball

SG Neukölln begeistert gegen den Rekordmeister

02.11.2026

Was auf den ersten Blick wie eine deutliche Niederlage aussieht, ist bei genauerem Hinsehen ein bemerkenswerter Erfolg: Die SG Neukölln unterlag am Samstag, dem 31. Oktober 2026, in der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg dem deutschen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 mit 8:19 (1:6/2:3/1:5/4:5) Doch das Ergebnis erzählt längst nicht die ganze Geschichte dieses Bundesligaspiels.

Während die Neuköllner in der Vergangenheit gegen den Serienmeister nicht selten Niederlagen mit 25 oder mehr Toren Unterschied hinnehmen mussten, gelang es ihnen diesmal, den Abstand deutlich geringer zu halten und dem Favoriten über weite Strecken Paroli zu bieten. Angesichts der personellen Voraussetzungen ist diese Leistung besonders hoch einzuschätzen. Die Ausgangslage war alles andere als einfach. Junioren-Nationalspieler Justus Oestreich steht nach seinem Brustbeinbruch weiterhin nicht zur Verfügung. Kurzfristig fiel zudem Terrence Smit mit einer Schulterverletzung aus. Auch Routinier Marc Weber fehlte berufsbedingt.

Umso bemerkenswerter, dass gleich vier U18-Spieler im Kader standen und Verantwortung auf Bundesliga-Niveau übernahmen. Die junge Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Von Beginn an hielt sie das Tempo hoch, ging mutig in die Zweikämpfe und begegnete dem Favoriten mit großem Einsatz.

Besonders in der Defensive überzeugten die Neuköllner mit einer soliden und geschlossenen Leistung. Die Mannschaft arbeitete füreinander, unterstützte sich gegenseitig und machte es den Spandauern keineswegs leicht. Ein herausragender Rückhalt war Torhüter Tamas Pelle, der trotz 19 Gegentreffern völlig verdient zum Spieler des Tages gewählt wurde. Er wuchs regelrecht über sich hinaus und brachte die gegnerischen Angreifer mit zahlreichen starken Paraden zur Verzweiflung. Dabei überzeugte Pelle nicht nur zwischen den Pfosten. Auch durch sein aktives Herausschwimmen und mutiges Helfen weit vor dem eigenen Tor, teilweise bis auf sechs Meter, setzte er wichtige Akzente. Eine außergewöhnliche Vorstellung, die seiner jungen Abwehr zusätzlich Sicherheit gab.

Auch offensiv setzte Neukölln Ausrufezeichen. Allen voran der erst 16-jährige Jugendnationalspieler Jonas Seidel, der erneut seine Klasse unter Beweis stellte und mit drei Treffern erfolgreichster Neuköllner Torschütze war. Seine Unbekümmertheit und Torgefahr sind für die Mannschaft ein wichtiger Faktor. So erfreulich die individuellen Leistungen auch waren: Der eigentliche Star dieses Abends war die Mannschaft. Die Geschlossenheit, der Wille und die Bereitschaft, über die gesamte Spielzeit ein hohes Tempo zu gehen, waren beeindruckend. Auch nach Gegentreffern ließen sich die Neuköllner nicht aus dem Konzept bringen und kämpften konsequent weiter.

Natürlich verfügt Spandau 04 über deutlich mehr Bundesliga-Erfahrung und individuelle Klasse. Doch Neukölln hat gezeigt, dass sich mit Einsatz, taktischer Disziplin und echtem Zusammenhalt auch einem solchen Gegner Paroli bieten lässt. Die 8:19-Niederlage ist für die SG Neukölln weit mehr als ein ordentliches Ergebnis gegen einen übermächtigen Gegner. Sie ist ein Beleg für die Entwicklung der Mannschaft und ein wichtiges Signal für die weitere Saison.

Den Abstand zu Spandau im Vergleich zu früheren Begegnungen deutlich zu reduzieren – und das trotz zahlreicher Ausfälle und mit vier U18-Spielern im Kader – ist eine bemerkenswerte Leistung. Die jungen Spieler sammeln wertvolle Erfahrungen auf höchstem nationalem Niveau, übernehmen Verantwortung und wachsen an ihren Aufgaben. Die SG Neukölln hat an diesem Abend zwar das Spiel verloren, aber ganz sicher keinen Respekt. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat gezeigt, was möglich ist, wenn Talent, Mut, Leidenschaft und Zusammenhalt zusammenkommen.

Für die SG Neukölln im Einsatz waren:

Tamas Pelle, Amar Mahmutovic, Aly Elaassar (2), Tim, Hauschild, Noel Eisenreich (1), Jonas Seidel (3), Kaan Genc, Artur Toth, Tarek Chiru, Jonas Kleiber, Lennert Rojahn, Ihor Kechedzhy (1), John Pohle, Basil Blanc (1)

Trainer: Laszlo Baksa, Sascha Pacyna und Raphael Rösch 

Weiter geht es für die SG Neukölln bereits am kommenden Samstag, beim Aufsteiger, der SV Krefeld 72.

Bilder von Die Hauptstadtfotografen

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