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Wasserball

SG Neukölln U18 gewinnt Silber bei der Endrunde

09.06.2026

Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung und trotz erheblicher personeller Rückschläge hat die U18 der SG Neukölln bei der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft am 06./07.06.2026 die Silbermedaille gewonnen. Beim Final Four in Stuttgart-Bad Cannstatt sicherte sich die junge Berliner Mannschaft den Vizemeistertitel hinter dem neuen Deutschen Meister Duisburger SV 98.

Bereits vor der Abreise standen die Vorzeichen alles andere als günstig. Mit Collin Bruchwalski und Kaan Genc fielen kurzfristig zwei wichtige Spieler krankheitsbedingt aus. Unmittelbar vor Turnierbeginn erwischte es zudem Center Justus Oestreich, der sich trotz eines Atemwegsinfekts durch das gesamte Wochenende kämpfte.

Dramatischer Auftaktsieg gegen Potsdam

Im ersten Turnierspiel traf die SG Neukölln auf den Hauptrundenzweiten OSC Potsdam. Die Berliner erwischten einen Traumstart und gingen schnell mit 3:0 in Führung. Zur Halbzeit lag Neukölln verdient mit 9:7 vorne, verpasste es jedoch, aus einer Vielzahl guter Chancen noch mehr Kapital zu schlagen und das Spiel frühzeitig zu entscheiden. So blieb Potsdam in Schlagdistanz. Im weiteren Verlauf schwächten sich die Neuköllner zusätzlich selbst, als Torjäger Jonas Seidel sowie beide Centerverteidiger nach jeweils drei persönlichen Fouls nicht mehr eingesetzt werden konnten. Vier Minuten vor Spielende gelang den Brandenburgern schließlich der Ausgleich.

Doch die SG Neukölln zeigte Moral. Direkt im Gegenzug traf Basil Blanc zum 15:14. Potsdam antwortete erneut umgehend. Eine Minute vor Schluss brachte Linkshänder Erik Hofmann die Berliner mit 16:15 in Führung, doch auch dieser Vorsprung hielt nicht. 46 Sekunden vor der Schlusssirene fiel das 16:16. Die Entscheidung musste im Fünfmeterwerfen fallen. Hier behielten die Neuköllner die Nerven und setzten sich mit 5:4 durch. Die ersten beiden Punkte waren eingefahren.

Endergebnis: 21:20* (4:2/5:5/4:4/3:5/5:4*)

Zweiter Krimi gegen Gastgeber Cannstatt

Auch im zweiten Spiel gegen den Hauptrundensieger und Gastgeber SV Cannstatt startete die SG Neukölln furios. Schnell stand es 4:1 für die Berliner. Doch die Gastgeber fanden zurück ins Spiel und drehten die Partie noch vor der Halbzeit. Mit einer 9:8-Führung für Cannstatt wurden die Seiten gewechselt. Neukölln stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage, musste aber zunächst hinnehmen, dass der Rückstand weiter anwuchs. Sechs Minuten vor dem Ende schien die Begegnung beim Stand von 14:10 für Cannstatt bereits entschieden.

Doch nun zeigte die Mannschaft ihren außergewöhnlichen Charakter. Angeführt von Jonas Seidel, der zweimal traf, sowie Erik Hofmann und Justus Oestreich kämpften sich die Berliner Tor um Tor zurück und glichen 25 Sekunden vor Schluss sensationell zum 14:14 aus. Das Drama war damit jedoch noch nicht beendet. Mit ihrem letzten Angriff erarbeiteten sich die Gastgeber einen 5m-Strafwurf, den sie zwölf Sekunden vor dem Ende zur 15:14-Führung verwandelten. Doch auch Neukölln erhielt nochmals einen Strafwurf. Drei Sekunden vor Schluss übernahm Jonas Seidel Verantwortung und verwandelte eiskalt zum 15:15. Zum zweiten Mal an diesem Wochenende musste das Fünfmeterwerfen entscheiden. Erneut bewies die SG Neukölln Nervenstärke und gewann deutlich mit 4:2. Damit waren die nächsten zwei Punkte auf dem Konto – und die Silbermedaille bereits vor dem letzten Spiel gesichert.

Endergebnis: 19:17* (4:2/4:7/2:4/5:2/4:2*)

Duisburg nutzt seine Chance und holt Gold

Am Sonntag kam es zum entscheidenden Duell um die Deutsche Meisterschaft gegen den Duisburger SV 98. Die Rheinländer hatten ihre beiden bisherigen Spiele souverän gewonnen, dennoch gab es vor dem Anpfiff keinen klaren Favoriten. Die Tagesform sollte entscheiden. Duisburg erwischte den deutlich besseren Start. Während die Neuköllner nicht an die Leistungen des Vortages anknüpfen konnten, zogen die Rheinländer schnell auf 4:0 davon. Zwar gelang Neukölln den Rückstand zwischenzeitlich zu verkürzen, doch eine echte Wende blieb aus. Mit einem verdienten 13:11-Start-Ziel-Sieg (4:3/2:1/4:4/3:3) sicherte sich der Duisburger SV 98 die Deutsche U18-Meisterschaft 2026.

Silber als verdienter Lohn

Für die SG Neukölln überwog nach dem Schlusspfiff dennoch der Stolz. Mit einer Mannschaft, in der gleich neun U16-Spieler eingesetzt wurden, erreichte das Team überraschend und hochverdient die deutsche Vizemeisterschaft. Die gezeigten Leistungen, insbesondere die beiden spektakulären Comebacks gegen Potsdam und Cannstatt, unterstrichen eindrucksvoll das Potenzial dieser jungen Mannschaft.

Eine der drei Sonderauszeichnungen ging zusätzlich an die SG Neukölln. Justus Oestreich (15) wurde hochverdient, trotz Infekt, zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt und bekam vom Jugend-Bundestrainer Nebojsa Novoselac die Trophäe überreicht. Der Neuköllner Jonas Seidel (15) wurde mit 80 Treffern Torschützenkönig der Bundesliga-Saison.Herzlichen Glückwunsch!

Die Bronzemedaille ging an den Gastgeber SV Cannstatt. Die SG Neukölln bedankt sich herzlich beim SV Cannstatt und seinem Organisationsteam für die hervorragende Ausrichtung eines rundum gelungenen Final-Four-Turniers. Gleichzeitig gratulieren wir dem Duisburger SV 98 zur verdienten Deutschen Meisterschaft sowie allen teilnehmenden Mannschaften zu fairen, spannenden und hochklassigen Spielen.

Für die SG Neukölln im Einsatz waren:

John Pohle, Julian Konitzer, Justus Oestreich (13), Jasper Ruths, Amar Mahmutovic (1), Aron Denes (7), Luka Filipovic (1), Jonas Seidel (8), Erik Hofmann (12), Jonas Kleiber (2), Lyonel Prantel, Basil Blanc (7), Christopher Zimmermann (1), Ilias Demirel

Trainer: Laszlo Baksa, Raphael Rösch und Robert Stübert

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