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Vereinsausflug zum Heizkraftwerk Neukölln

05.06.2026

Am 27.05.2026 besuchte eine Gruppe unseres Vereins das Heizkraftwerk Neukölln im Berliner Ortsteil Rudow. Betrieben wird das Kraftwerk von der BTB-Blockheizkraftwerks, Träger- und Betreibergesellschaft mbH Berlin, kurz BTB.

Während der Führung erhielten wir einen Einblick in die Technik und Steuerung der Wärme- und Stromerzeugung. Besonders spannend war die Erklärung des Prinzips Kraft-Wärme-Kopplung. Dabei werden gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Kraftwerken geht die Wärme nicht verloren, sondern wird direkt in das Fernwärmenetz der BTB eingespeist. Dadurch kann Energie wesentliche effizienter genutzt werden.

Das Heizkraftwerk in Rudow spielt eine wichtige Rolle für die Wärmeversorgung im Berliner Südosten. Es versorgt zahlreiche Wohnungen, Schulen und Unternehmen in der Gropiusstadt mit Fernwärme. Auch unser Sportbad wird über dieses Fernwärmenetz mit Wärme versorgt. Die Wärme wird über ein großes Rohrleitungssystem transportiert. Das heiße Wasser fließt mit rund 105 °C  durch unterirdische Leitungen zu den angeschlossenen Gebäuden und anschließend mit 52°C bis 56°C wieder zurück zum Kraftwerk, wo es erneut erhitzt wird. Besonders interessant war die Information, dass das Kraftwerk mit verarbeitetem, teilweise belastetem Altholz der Altholzklassen AI - AIV betrieben wird. Pro Jahr werden dort bis zu 250.000 Tonnen Altholz verbrannt, zusätzlich gibt es gasbetriebene Reserve-/ Spitzenlastkessel. Diese werden vor allem bei besonders hohem Wärmebedarf oder als Absicherung der Fernwärmeversorgung genutzt.

Das Altholz wird überwiegend über den Teltowkanal und regional per LKW in zerkleinerter Form angeliefert. Pro Woche fahren durchschnittlich fünf Frachtschiffe das Kraftwerk an. Das Altholz wird nach Entladung in großen Silos gelagert. Von dort gelangt es in das Kesselhaus, wo das Altholz verbrannt wird. Durch die entstehende Hitze wird Wasser erhitzt und in Wasserdampf umgewandelt. Mit dem Wasserdampf wird dann Wärme und Strom erzeugt. Bei der Verbrennung entsteht Asche, die gesammelt und anschließend von Fahrzeugen abgefahren wird. Ein Teil davon kann weiterverarbeitet werden, der andere wird in leere Stollen eingeblasen. Bevor die Abgase des Kraftwerks austreten, erfolgt eine Rauchgasreinigung durch einen Gewebefilter.

Das Netz wird weiterhin ausgebaut, damit künftig noch mehr Gebäude klimafreundlich beheizt werden können.

Der Ausflug war für alle Teilnehmer sehr informativ und interessant. Besonders beeindruckend war zu sehen wie viel Technik und Planung notwendig sind, damit täglich tausende Haushalte zuverlässig mit Wärme und Strom versorgt werden können.

Natalie Witoszynskyj

 

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